Entscheidungen richtig treffen

So wie im Privatleben stehen auch im Wirtschaftsleben - speziell für Unternehmer - Entscheidungen ständig am Tagesplan. Aber: Wie treffe ich die richtigen Entscheidungen? Eine Analyse und ein Leitfaden.

Um "gute" Entscheidungen treffen zu können, benötigt man zuerst die Phase der Entscheidungsfindung, die die Grundlage für das weitere Konstrukt der Spieltheorie und der Coopetition (= die Dualität von Konkurrenz und Kooperation) liefert. Bei dieser Entscheidungsfindung sollte man sich der nachstehenden fünf Fallen immer bewusst sein:

• Basisrate-Fehler: falsche Häufigkeitsannahme für bestimmte Ereignissen

• Prognoseillusion: keine oder selten durchgeführte Prüfung, ob vorhergesagte Ereignisse auch wirklich eingetroffen sind

• Knappheitsirrtum: Annahme, eine Ware oder ein Gut sei bald aufgebraucht

• Ausblenden der Wahrscheinlichkeit


• Liking-Effekt: wir entscheiden uns für eine Alternative, weil wir es anderen recht machen wollen

In jedem Fall sind gute Entscheidungen nicht auf den Moment der Wahl beschränkt,  sondern ein Prozess-Ergebnis. Allerdings treten im Entscheidungsprozess häufig vier grundlegende Denkfehler auf:

1. Einrahmungseffekt
Erkennen wir Scheinalternativen?
Fallen wir auf trickreiche Präsentationen hinein?

2. Selbstbestätigungseffekte
Tendenz, die Vor-Entscheidung zu bestätigen

3. Kurzzeitiges Wohlfühlen

4. Selbstüberschätzung

Diese Fehler können durch das Durchlaufen der vier Schritten des "WRAP-Prozesses" minimiert werden:


W - Weiten der Wahlmöglichkeit
Weg vom Entweder-oder-Denken und hin zu mehr (kombinierbaren) Alternativen, um den Raum der Möglichkeiten möglichst voll auszuleuchten.

R - Realitätsprüfung
Alternativen stehen fest, d.h. Achtung vor confirmation bias. Überprüfung durch Suche nach Gegenteiligen, Widersprüchen, die unsere Vorlieben und Präferenzen in Frage stellen

A - Abstand gewinnen
Dies heißt Distanz schaffen mit der 10/10/10-Regel nach Suzy Welch (zeitlich):
Wie geht es mir mit der Entscheidung in

  • in 10 Minuten?
  • in 10 Monaten?
  • in 10 Jahren?

Hilfreich ist es auch sich die Frage zu stellen: "Was würde ich einem Freund in so einer Situation raten?"

P - Problemvorsorge

Wissen darum, dass Entscheidungen jederzeit danebengehen können. Ein Hilfsmittel ist die Premortem-Methode nach Gary Klein, in der man sich ein Jahr in die Zukunft versetzt, und die umgesetzte Entscheidung ein absoluter Flopp ist. Dann niederschreiben (10-15 Minuten) warum es schief gelaufen ist. Dies dient dazu, um Sicherheitskriterien zu finden und zu definieren.

Bei wichtigen Entscheidungen sollte man mit sich im Einklang stehen, da das wahre Selbst die besten Entscheidungen für einen trifft: Der Schlüssel sind Authentizität und das intrinsische (= das innerliche) Selbst.

Fazit: Auch bei der sorgfältigsten Planung und gewissenhaftesten Vorbereitung können Entscheidungen falsch getroffen werden. Aber: Scheitern ist Teil des Lebens. Wahre Reue empfindet man vor allem dann, wenn man keine Entscheidung getroffen hat!

 Walter Ziegner, im März 2015

 

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